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Das bieten wir

Wenden Sie sich vertrauensvoll an uns

Hausärztliche Versorgung im Kindes- und Jugendalter inkl. psychosomatischer Grundversorgung. Behandlung akuter, angeborener und chronischer Erkrankungen bis zum Ende der Pubertät

Vorsorgemaßnahmen

  • Vorsorgeuntersuchungen U2 – U9 und Jugendgesundheitsuntersuchung J1 (U2-Untersuchung auch zu Hause)
  • Ergänzende Vorsorgen U10, U11 und J2
  • Hüft-Ultraschall-Screening
  • Hör- und Sehtestuntersuchungen
  • Amblyopie-(Sehschwäche der Augen)-Screening mit dem Spot-Vision-Screener
  • Durchführung sämtlicher Impfungen

Weitergehende Untersuchungen

  • Entwicklungsdiagnostische Untersuchungen (verschiedene standardisierte Tests) und Beratungen
  • Untersuchungen vor geplanten Operationen
  • Ultraschalluntersuchungen: Bauch, Nieren und ableitende Harnwege, Schilddrüse, Schädel, Gelenke und Weichteile
  • EKG und Kreislauftests, Pulsoxymetrie (Sauerstoffsättigung)
  • Altersgestaffelte Hörtestungen, Tympanometrie (Trommelfell-Druckmessung)
  • Sprachentwicklungsdiagnostik
  • Sehteste einschließlich Prüfung des Farbsehens und des Stereosehens
  • Lungenfunktionsuntersuchungen
  • Umfangreiche Allergiediagnostik
  • Laborsofortdiagnostik mit Blutbild, CRP, Strep-A-Schnelltest, Urin (Teststreifen, Mikroskopie)
    Influenza A+B (Grippe) – Schnelltest
  • Weitergehende Labor-Untersuchungen inklusive Diagnostik von Wachstumsstörungen und Stoffwechselleiden
  • Sporttauglichkeitsuntersuchungen sowie anerkannte Tauchfähigkeits-Untersuchungen
  • Gesundheitsuntersuchungen nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz sowie für Auslandsaufenthalte

Weitergehende Beratungen und Behandlungen

  • Hyposensibilisierungsbehandlungen
  • Asthmatherapie sowie zertifizierte Schulungskurse
  • Neurodermitisberatung
  • Still- und Ernährungsberatung
  • Wundversorgung mit kleiner Chirurgie
  • AD(H)S-Behandlungen
  • Reisemedizinische Beratung und Durchführung aller Impfungen auch für Erwachsene
  • Staatliche Gelbfieberimpfstelle

Gut geschützt reisen

Warum eine reisemedizinische Beratung?

Gerade Reisen in tropische und subtropische Länder bergen gesundheitliche Gefahren, die aus den besonderen klimatischen und ökologischen Verhältnissen, dem oft niedrigeren hygienischen Standard und dem Vorkommen spezifischer Krankheitserreger resultieren.

Diese Gefahren werden leider oft unterschätzt, wenn man bedenkt, dass etwa die Hälfte der Reisenden in diese Länder während oder nach der Reise erkranken und ca. 10 % wegen gesundheitlicher Probleme einen Arzt aufsuchen müssen. Am häufigsten sind Darminfektionen, doch erkranken jedes Jahr allein in Deutschland mindestens eintausend Urlauber an Malaria; etwa 2 % der Malariaerkrankungen verlaufen tödlich. Allein diese Zahlen zeigen Ihnen, wie wichtig es ist, dass Sie sich auf Ihren Urlaub auch gesundheitlich vorbereiten, damit Sie Ihre Reise unbeschwert genießen und in angenehmer Erinnerung behalten können.

Reiseimpfungen im Rahmen einer privaten Auslandsreise werden von vielen gesetzlichen Krankenkassen und je nach abgeschlossenem Vertragsumfang auch von privaten Krankenkassen erstattet. Dabei werden sowohl die Impfstoffe als auch die Gebühren für die Impfung übernommen. Die Abrechnung erfolgt im Kostenerstattungsverfahren, d.h. dass die Kassen die von Ihnen beglichenen Rechnungen nach Einreichung erstatten. Oft werden die Gebühren einer reisemedizinischen Beratung (ca. 20 Euro) allerdings nicht erstattet, da sie zu den üblichen privaten Reisekosten gerechnet werden. Bei allen Kassenarten können in Deutschland empfohlene Impfungen zu Lasten der Kassen im Bedarfsfall aufgefrischt werden, so dass Ihnen hier keine weiteren finanziellen Belastungen entstehen.

Bitte klären Sie im Vorfeld mit Ihrer Krankenkasse, ob und in welchem Umfang die reisemedizinischen Kosten erstattet werden. Falls Ihre Reise beruflich bedingt ist, lassen Sie sich bitte die Kostenübernahme durch den Sie entsendenden Arbeitgeber schriftlich bestätigen und teilen Sie uns ggf. die Rechnungsadresse mit.

Unter dem Menüpunkt „Downloads“ finden Sie eine „Anmeldung zur reisemedizinischen Beratung“ und einen “Fragebogen zur reisemedizinischen Beratung“ mit einer „Erklärung über die Inanspruchnahme von individuellen Gesundheitsleistungen“. Wir würden uns freuen, wenn sie uns beides schon vor Ihrem ersten Beratungstermin ausgefüllt zukommen lassen würden, um die Beratung möglichst effizient gestalten zu können.

„Vorbeugen ist besser als Heilen!“

Im Bewusstsein Ihnen den Schutz vor vielen Erkrankungen ausschließlich auf diesem Wege vermitteln zu können, ist ein Tätigkeitsschwerpunkt der Praxis die Beratung zu sämtlichen Impfungen – sowohl den in Deutschland von der STIKO (ständige Impfkommission der BRD) empfohlenen – als auch zu allen Reiseimpfungen inklusive Gelbfieberimpfungen.

Bei Bedarf erhalten Sie eine Empfehlung zur Malariaprophylaxe oder weitergehende ärztliche reisemedizinische Ratschläge.

Im Anschluss können gewünschte Impfungen direkt durchgeführt werden, da normalerweise alle Impfstoffe in der Praxis vorrätig sind.

Selbstverständlich können nicht nur Kinder und Jugendliche sondern Menschen aller Altersgruppen den individuell angepassten Impfschutz bei uns bekommen!

Bei Fernreisen oder Reisen durch mehrere Länder sind oft verschiedene Impfungen erforderlich, die teils auch mehrfach durchgeführt werden müssen und bei denen feste Impfabstände nicht unterschritten werden können. Berücksichtigen Sie bitte in der Vorbereitung und Planung Ihrer Reise, dass oft bis zu zwei Monaten Zeit dafür veranschlagt werden müssen.

Bei last-minute-Reisen ist eine dringende Kontaktaufnahme und eine gute Planung erforderlich, um  noch den an Ihre Bedürfnisse angepassten, bestmöglichen Schutz erreichen zu können.

Um uns die Vorbereitung auf Ihren reisemedizinischen Beratungstermin zu erleichtern, ist die Übermittlung eines vollständig ausgefüllten „Fragebogen zur reisemedizinischen Beratung“ sehr hilfreich.

Für Vorabinformationen empfehlen sich folgende Internetportale:
Centrum für Reisemedizin und Auswärtiges Amt.

Mittlerweile geht man von Millionen infizierter Menschen aus, tausende Babys kamen mit schweren Hirnschäden auf die Welt.  Betroffen sind bisher vor allem Kinder in Südamerika. Weil das Virus aber über Reisende verbreitet wird, hat die WHO den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.
Das Virus galt lange Zeit als harmlos und tatsächlich merken etwa 80% der infizierten nichts von ihrer Infektion. Gefährdet sind vor allem Schwangere. Die Übertragung erfolgt über einen Mückenstich der aggressiven Mückenart Aedes aegypti, die auch Gelbfieber und Dengue-Infektionen überträgt. Die Mücke gibt es in Deutschland nicht! Eine verwandte Asiatische Tigermücke (Aedes albopticus) kommt auch hier selten vor. Ob auch sie die Zika-Erreger übertragen kann, ist noch unklar.

Erkrankungserscheinungen treten etwa zwei bis sieben Tage nach dem Stich auf und halten etwa eine Woche an. Sie sind grippeähnlich: plötzliches Fieber und Gelenkschmerzen, eine milde Bindehautentzündung  sowie ein unspezifischer Hautausschlag. Allerdings treten sie nur bei einem von fünf Erkrankten auf! Die anderen bleiben beschwerdefrei!

Mittlerweile ist auch belegt, dass schwere, lebensbedrohliche Nervenschäden (das Guillain-Barreé-Syndrom) durch die Zika-Infektion auch bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ausgelöst werden können.
Die alarmierenden Auswirkungen der Erkrankung sind aber zu kleine Schädel bei Neugeborenen (Mikrocephalie). Sie sind sichtbare Zeichen einer gestörten Hirnentwicklung, die mit geistiger Behinderung einhergeht! Das Hirn hört bei der Infektion auf zu wachsen, es reift nicht aus! Je früher eine Schwangere erkrankt, desto schwerer kann das Ungeborene erkranken. Auch äußerlich nicht betroffen wirkende Säuglinge können neurologische Störungen entwickeln. Bisher steht der Nachweis eines sicheren Zusammenhanges noch aus, gilt aber als sehr wahrscheinlich. Aber auch andere Erreger wie Röteln- oder Zytomegalieviren können zu Mikrocephalie führen.
Schwangere, die sich in Risikogebieten aufhielten sollten besonders sorgfältig mit Ultraschall untersucht werden und in jedem Fall auf Zika-Viren getestet werden. Wer schon schwanger ist oder werden möchte, sollte möglichst nicht in Zika-Verbreitungsgebiete reisen oder die Schwangerschaft verschieben.

Eine Behandlungsmöglichkeit existiert nicht, es gibt weder wirksame Medikamente noch einen Impfstoff (die Entwicklung wird voraussichtlich Jahre dauern).

Das Wichtigste ist somit ein „konsequenter Mückenschutz!!!“

Neben langen, hellen (man sieht darauf die Mücken besser) Hosen und Shirts soll man freie Hautstellen mit Mückenschutzmitteln wie DEET oder Icaridin alle drei bis fünf Stunden betupfen. Die Mücken sind tag- und nachtaktiv, deshalb ist es ratsam nachts in klimatisierten „mückendichten“ Zimmern zu schlafen oder Permethrin-getränkte Mückennetze zu verwenden. Da viele Schwangerschaften ungeplant entstehen, ist eine sichere Verhütung bei Reisen in Risikogebiete dringend angeraten.
Männer sollten auch nach Rückkehr aus Zika-Gebieten für mindestens 1 Monat mit Kondom verhüten; wenn sie erkrankt waren sogar 6 Monate und bei Schwangerschaft der Partnerin bis zur Geburt des Kindes.

28 Tage nach Aufenthalt sollte kein Blut gespendet werden.
Etwa fünf Tage nach dem Stich bildet das Immunsystem Antikörper. Ob die Immunität nur ein paar Jahre oder lebenslang anhält ist bisher unbekannt.
Wenn jemand später als zwei Wochen nach einem Aufenthalt in einem Endemiegebiet erkrankt, handelt es sich nicht um eine Zika-Infektion! Frauen, die vier Wochen nicht krank geworden sind, können – nach derzeitigem Wissen – ohne Gefährdung des Kindes schwanger werden. Auch nach durchgemachten Infektionen gibt es derzeit keine Hinweise für eine Gefährdung weiterer Schwangerschaften.

  • Einreise: Kinder müssen sich bei der Einreise in ein fremdes Land ebenso ausweisen wie Erwachsene. Da Kinder nach der aktuellen Reisepassregelung nicht mehr im Pass der Eltern eingetragen werden, benötigen sie einen Kinderreisepass. Den stellt das zuständige Einwohnermeldeamt / Bürgeramt der Stadt am gleichen Tag aus. Auch für ein Baby benötigen Sie dafür ein Passfoto nach biometrischen Vorschriften. Bitte erkundigen Sie sich vor Abreise nach den Einreisebestimmungen Ihres Urlaubslandes. Für die Kinder gelten meist die gleichen Visumbestimmungen wie für die Eltern.
  • Koffer weg? Es ist ein Albtraum, der leider immer wieder passiert. Ihr Gepäck ist nicht angekommen. In dem Fall finden Sie direkt in der Gepäckausgabe- oder in der Ankunftshalle des Flughafens einen Lost & Found-Schalter (Gepäckermittlung).  Alternativ können Sie sich direkt an Ihre Fluggesellschaft wenden, die sich um Ihr Anliegen kümmert. Bitte halten Sie dafür die Bordkarte und den Gepäckabschnitt bereit. Das gleiche Procedere gilt für beschädigtes Gepäck.
  • Kindersitze im Mietwagen: Wer vom Flughafen aus mit dem Mietwagen oder Taxi weiterfahren will, sollte sich rechtzeitig um einen Kindersitz kümmern. Viele Autovermieter bieten zwar Kindersitze an, aber oft nur in begrenzter Stückzahl, Auswahl und Qualität. Ersparen Sie böse Überraschungen schon im Vorfeld, in dem Sie bei der Buchung genau angeben, welchen Kindersitz Sie in welcher Größe benötigen. Alternativ ist es möglich, die eigenen Kindersitze mitzunehmen und als Sperrgepäck bei der Fluggesellschaft aufzugeben.
  • Wasser & Snacks: Sollten unbedingt ins Handgepäck. Gerade im Urlaub ist man oft länger unterwegs als geplant. Kindern fällt es manchmal schwer, bis zur nächsten Mahlzeit zu warten. In der Sommerhitze können sie dehydrieren. Als Snacks eignen sich Obst, Trockenfrüchte, Kekse, Reiswaffeln oder Nüsse.
  • Neue Zeiten, alte Rituale: Unterwegs tickt die Uhr anders. Alles in der Umgebung ist neu und ungewohnt. Deshalb ist es wichtig, bestimmte Rituale von zu Hause einzuhalten: Die Geschichte vor dem Schlafengehen, regelmäßige Mahlzeiten, Zeit zum Spielen und Toben. Die Lieblingsbücher und Kuscheltiere helfen dabei. Es ist sinnvoll, während der Reise eine tägliche Urlaubsroutine einzuplanen. Dazu gehören angebrachte Schlafenszeiten, feste Essenzeiten und sonstige Tagesabläufe.
  • Reiseführer: Für viele Urlaubsorte gibt es Reiseführer für den Urlaub mit Kindern. Sie enthalten ortsspezifische Urlaubstipps für die ganze Familie: familienfreundliche Restaurants und Hotels, Eisdielen, Spielplätze, kindgerechte Ausflüge und Wanderungen, Übersetzungen für „Schnuller“, „Windeln“ und „Schwimmflügel“, Kinderattraktionen, kinderfreundliche Strände, Erlebnisparks und vieles mehr.
  • Nicht jedes Reiseziel eignet sich für Babys.
    In schlecht versorgten Gebiete, also in Regionen, die weit entfernt von einem Krankenhaus sind oder in denen keine ausreichende Hygiene möglich ist, sollten Unter-Einjährige gar nicht reisen.
  • Auf Fernreisen ist Eis für Kinder tabu … und auf Eiswürfel in Getränken und ungeschälte Früchte sollten sie ebenfalls verzichten, um Durchfallerkrankungen vorzubeugen. Eltern sollten außerdem darauf achten, dass Nahrungsmittel immer abgekocht werden.
    Babynahrung oder Getränke in südlichen Ländern sollten nicht mit Leitungswasser zubereitet werden, sondern mit Mineralwasser aus der Flasche.
    Kohlensäurehaltige Getränke sollten in den ursprünglichen Flaschen gereicht und erst unmittelbar vor dem Verzehr geöffnet werden.

Reiseapotheke für Kinder

Auch wenn es Ärzte und Krankenhäuser vor Ort gibt, empfiehlt es sich, eine kindgerechte Reiseapotheke mitzunehmen.
Die Reiseapotheke sollte enthalten:
Fieberthermometer, Insektenschutz, Medikamente gegen Durchfall und Verstopfung, Erbrechen und Übelkeit, Fieber und Schmerzen, Husten, Schnupfen und Halsschmerzen sowie Wundsalbe, Pflaster und Verbandsmaterial.

Lassen Sie sich gerne dazu von uns beraten.

„Du siehst ja heiß aus“…

Viele Urlaubsreisen gehen in südliche Länder, in denen die Sonnenintensität weit höher ist, als wir es gewöhnt sind.

Insbesondere die so genannten Sonnenterrassen, wie Ohrmuscheln, Nasenrücken, Wangen und Unterarme erhalten dort häufig zu viel Sonne. Gerade Kinder sollten deshalb eine Kopfbedeckung mit Krempe tragen und mit einer Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt sein, wenn sie im Freien unterwegs sind. Ein effektiver Sonnenschutz kann das Risiko für Hautkrebs im Erwachsenenalter schätzungsweise um 75 % reduzieren.

Als Risikofaktoren für die Bildung von Hautkrebs gelten neben der Anzahl der Sonnenbrände auch die sich wiederholende kurzzeitige starke Sonnenbestrahlung, wie sie z.B. bei Strandurlauben aber auch im Skiurlaub vorkommt.

Besonders gefährdet sind Menschen mit heller Haut, mit Sommersprossen, mit roten Haaren und vielen Muttermalen. Trotz Eincremens sollte man sich dabei durch Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor nicht in Sicherheit wiegen, denn diese können nicht alle UV-Strahlen abhalten, wie z. B. sehr langwelliges Licht im UV-A-Bereich von 380 bis 400nm.

In der Mittagssonne ist deshalb ein textiler Sonnenschutz zusätzlich zur Sonnencreme unentbehrlich. Sind Kinder immer wieder starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt, steigt die lebenslange Produktion von Pigmentmalen. Nach jedem Sonnenbrand entwickeln sich ca. 40 Pigmentmale. Mehr als 50 Muttermale gelten bereits als Risikofaktor, der das lebenslange Erkrankungsrisiko für schwarzen Hautkrebs (malignem Melanom) um den Faktor 15 erhöht.

Die Haut „vergisst nichts“, es summieren sich die Lichtschäden im Laufe des Lebens.

Tipps gegen Reiseübelkeit bei Kindern

Grundsätzlich kann die Reiseübelkeit jeden erwischen, doch die Anfälligkeit ist stark vom Alter abhängig. Babys sind für gewöhnlich nicht betroffen, da bei ihnen das Gleichgewichtsorgan noch nicht vollständig entwickelt ist. Auch bei Menschen ab 50 Jahren tritt das Phänomen selten auf. Besonders oft leiden hingegen Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren unter Reiseübelkeit. Experten vermuten, dass im Körper eine Art Lerneffekt wirkt und Erwachsene mit der Zeit einfach weniger empfindlich reagieren.

Symptome und Ursachen:
Allgemeines Unwohlsein, Kopfschmerzen, Blässe, kalter Schweiß, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sind die typischen Symptome der Reisekrankheit.
Der Grund dafür, dass vielen Kindern beim Autofahren schlecht wird, liege an der Orientierung des Menschen im Raum.
Die Orientierung hängt von zwei Informationsquellen ab, nämlich von der optischen Wahrnehmung, aus der das Gehirn senkrecht und waagerecht ableitet, sowie vom Gleichgewichtsorgan im Innenohr, dass die tatsächliche Lage einschätzt. Während einer Fahrt ist der optische Bezug der Wagenkasten, der immer gleich bleibt. Das Gleichgewichtsorgan registriert allerdings starke Lageveränderungen, beispielsweise in Kurven. Das Innenohr registriert Bewegung, Augen und Nerven signalisieren hingegen Stillstand. Darauf reagiert das Gehirn mit einem Übelkeitsreflex.

Hilfreich ist es, nach draußen auf weiter entfernt liegende Dinge zu schauen. Wenn die Familie nicht mit dem Auto in den Urlaub fährt, sollten Kinder, die zu Reiseübelkeit neigen, am besten dort sitzen, wo die Bewegungen am wenigsten zu spüren sind. Das ist im Bus am besten vorn, auf dem Schiff in der Mitte und nahe der Wasseroberfläche und im Flugzeug im Bereich der Tragflächen. Im Zug setzt man sich auch am besten in Fahrtrichtung in einen vorderen Waggon ans Fenster.

Um Reiseübelkeit im Auto vorzubeugen, sollten Kinder während der Fahrt weder lesen noch einen Film schauen oder mit dem Smartphone spielen.

Hilfreiche Tipps:

  • Kindern vor und während der Reise nur leichte, fettarme Kost zu essen geben
  • Medikamente oder spezielle Kaugummis gegen Reiseübelkeit besorgen
  • Das Kind nach vorne aus dem Fenster schauen lassen
  • Für frische Luft im Auto und regelmäßige Pausen sorgen
  • Mit Musik und Hörspielen für akustische Ablenkung sorgen
  • Das Kind während der Fahrt nicht lesen oder auf dem Handy oder Tablet spielen lassen
  • Bei Übelkeit Akkupressurbänder unterhalb des Handgelenks an der Innenseite des Unterarms anwenden
  • Ein kühles Tuch auf die Stirn legen